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Im Fußballfieber

Liebe Leut',

das Fußballfieber hat die Nation wieder. Eine Vielzahl von Bundestrainern ist endlich wieder in Arbeit und Brot und kann sich in den bierseligen Runden der überall angebotenen "public viewings" gegenseitig mit Ratschlägen versorgen, welchen Schritt der Trainer der "Mannschaft" als nächstes tun sollte. Dabei heißt die "Mannschaft" gar nicht mehr "Mannschaft", obwohl sie eine "Mannschaft" ist. Und das hat nun nichts mit dem allseits beliebten "Gendern" zu tun (freundliche Grüße an Herrn Söder, hihihi), sondern weil man in der Fanlandschaft die Marke "Die Mannschaft" eh nie leiden konnte. Außerdem war in den letzten Jahren das Interesse an ihr stark zurückgegangen, weil die "deutsche Fußballnationalmannschaft" (da haben wir das Wortungetüm endlich wieder) miserabel spielte. Allerdings wird von jeher behauptet, dass das deutsche Team eine Turniermannschaft sei und das gilt vielleicht auch für die Fans, die eventuell reine Turnierfans sein könnten und speziell für solche Anlässe wie die Europameisterschaft aus der Versenkung kommen. Verschwörungstheoretiker, die ich kenne, vermuten indes, dass es nach dem jahrelang gespielten Stopfer überhaupt keine Fans der deutschen Fußballnationalmannschaft mehr geben kann und das alles Fake sein muss, einschließlich der Europameisterschaft an sich und wenn nicht, dann seien die Zuschauenden (hihihi) in den Stadien doch mindestens gekauft oder alles nur per KI erzeugt und gesteuert, wozu der beste Beweis das Uhrwerk namens Toni Krooß wäre, der so präzise spielt, dass das gar nicht real sein kann. Womit Toni Krooß die Unmöglichkeit seiner eigenen Existenz beweist! Die im Umlauf befindlichen Theorien sind in ihrer Stringenz oft sehr beeindruckend. Und überhaupt, so eine weitere Theorie von anderer Stelle, habe man gegen Ungarn aus einem einfachen Grund nicht so euphorisiert wie gegen Schottland, nämlich ausschließlich wegen der pinkfarbenen Trikots. Dass der Gegner möglicherweise auch eine Rolle gespielt haben könnte, verneinte man auf meine Rückfrage ausdrücklich wie energisch. Denn es ginge, so die Lesart weiter, mit dem pinkfarbenen Trikot äußerlich für alle sichtbar eine nach innen wirkende Selbstverweichlichung einher, die auf die Einstellung der Fußballspieler Einfluss nähme. Auf dem mentalen Grund und Boden, der von jeher ausschließlich psychischen Kruppstahl werden ließ, wird also nun für Irritationen gesorgt, weil man - so die Theorie weiter - anscheinend vergisst, welches Geschlecht man hat, wenn man ein pinkfarbenes Trikot überstreift. Ich habe das extra im Selbstversuch überprüft, also das stimmt gar nicht. Auch nach mehrmaligem An- und Ausziehen nicht. Der deutsche Fußball, so ging die Erklärung weiter, war von jeher von Kampfes- und Siegeswillen in schwarz-weißen Trikots geprägt, so wie einst mit Walters Fritz an der Spitze anno 54 (da gabs auch noch kein Farbfernsehen), wogegen man heute eigentlich nur noch erwarte, dass nach einem gegnerischen Foul erst ein Stuhlkreis gebildet wird, um über das Problem zu sprechen, was dem Mitspieler gerade angetan wurde. All das können Menschen aus einer Sportveranstaltung bzw. einer Trikotfarbe herauslesen. Wie pflegte Mr. Spock zu sagen: Faszinierend. Das Wetter.

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