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Kompassverlust

  • Autorenbild: GB
    GB
  • 25. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Liebe Leut',

die Szenen der Woche sind erschütternd und eigentlich will man da keine Glossen schreiben, wäre die Szene nicht zu grotesk. Sie scheint mir wie eine Beerdigung, an der viele Trauernde teilnehmen, und in die stille Andacht kreischen die unpassenden Rufe "Cola... Fanta.... Bier .... heiße Würstchen....". In diesem Fall sind es "Abschiebung... Abschottung.... Rückführung.... keine Kompromisse.... nicht mit uns.... nur  mit uns.... nicht mit euch....nie mit denen". Dabei sind Schuldzuweisungen in der Politik völlig fehl am Platz, denn vor der Ampel, die ja nicht schon seit 1949 regierte, stellte die Union Kanzler und Innenminister und dann kam erst die Ampel, die jetzt gern als Fußabtreter für alles genutzt wird, was eben seit der Währungsreform 1949 schief lief, obwohl ziemlich viel auch ziemlich gut lief - was niemanden mehr zu interessieren scheint. Und selbstverständlich handelt die Politik: Die Migration in die EU hat sich schon jetzt drastisch reduziert und etliche der Vorhaben, die gerade vollmundig verbreitet werden, sind (europa-)rechtlich kaum zulässig. Und die, die das verbreiten, wissen das auch. Allerdings muss die Politik der Bevölkerung auch das Gefühl geben, handlungsfähig zu sein und erklären, was sie tut und warum sie etwas nicht tut. Es ist dies vielleicht der Kardinalfehler der Regierung Scholz gewesen. Da haben es jene, die vollmundig vor der Wahl alles Mögliche fordern, schon leicht. Nur: Wenn vieles von dem, was nun angekündigt wird, sich nach der Wahl gar nicht umsetzen lässt und die neue Regierung mit Zurückrudern beschäftigt sein wird, dann wird dieses Land 2029 in österreichische Verhältnisse kommen. Wenn Friedrich Merz heute sagt: "Mir ist es völlig gleichgültig, wer diesen Weg politisch mitgeht", dann ist das eine in mehrfacher Hinsicht interessante Formulierung, denn gerade ihm obliegt nun aller Voraussicht nach die Verantwortung für das, was in vier Jahren passieren wird. Die Menschen jedenfalls, die um die Opfer in Aschaffenburg trauern, sind mehrfach gestraft: Nicht nur durch den Schmerz, sondern auch dadurch, dass diese Tat nun das Bühnenbild des Wahlkampfs liefert und radikal dafür missbraucht wird. Ich verstehe nicht, wie Politiker dermaßen ihren moralischen Kompass verlieren können. "Cola....Fanta....Bier... das Wetter."

In diesem Sinne Ihr / euer

Gerd Berghofer

 
 
 

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