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Es lebe der Küchenmixer

Liebe Leut',

Küchengeräte offenbaren manchmal eine ungeahnte Vielfalt in ihrem Leistungspektrum. Durch Zufall erkannten wir in dieser Woche, wozu unser Mixer fähig ist. Natürlich kann er nicht lesen und schreiben. Seine Kernkompetenz, wie das so schön heißt, liegt zweifellos im Zerkleinern und Vermischen, aber die bislang verborgenen Talente verblüfften uns dann doch und es war kein geringerer als unser hoffnungsvoller Nachwuchs im Hause, der uns die Offenbarung bescherte. Das passierte nämlich, als er - der Mixer natürlich - gut gefüllt völlig überraschend zu mixen begann, weil die Person vorher, die sich hernach in eisiges Schweigen hüllte, den Schalter auf Maximalstellung gelassen hatte, um später eine Glosse darüber zu schreiben und der Nachwuchs selbst noch eine Zutat durch langsames Rühren hinzugeben wollte - und deshalb noch keinen Deckel auf das Gefäß gegeben hatte. In dem Glauben, die Zutat sanft einrühren zu können, betätigte man den Hauptschalter. Aber mit dem Glauben ist das so eine Sache, wie man weiß. Jedenfalls kann ein Küchenmixer plötzlich und unerwartet erheblich dazu beitragen, dass a) Dekoration oder b) Stimmung in die Bude kommen - bestenfalls beides, gleichzeitig oder nacheinander. Es gehört zu den kleinen kreativen Glücksmomenten im Leben, wenn der Inhalt des Mixers dem Gesetz der Fliehkraft folgend auch die letzten Winkel der Küche erkundet und man feststellt, welche unendlich scheinenden Weiten so überwunden werden können. Noch größeres Glück gehört dazu, in diesem Moment nicht zuhause zu weilen. Ich hatte dieses Glück nicht. Sagen wir mal so: Ich weiß nun, dass sich ein per Fliehkraft in die Küche stürzender Proteinshake weder mit dem Toaster noch mit der Steckdosenleiste verträgt und auch nicht so recht mit der Laune des Verfassers. Das, was in dicken Tränen am Fenster herunterlief, erinnerte mich rührselig - im wahrsten Sinne des Wortes - an die Kindersendung "Barbapapa" und auch die Dekoration der Küchendecke war nicht zu verachten, wenn sie nur nicht so sehr getropft hätte. Die Chance auf Förderung des Muskelwachstums durch den Proteinshake des hoffnungsvollen Nachwuchses war quasi dahin, aber die Chance auf Förderung des Muskelwachstums durch Ausräumen der Küche nun plötzlich da. Und man muss die Chancen, die sich im Leben auftun, nutzen. Gut, der Toaster hat derweil beleidigt gekündigt. Aber unflexible technische Mimosen können wir uns in der Küche sowieso nicht erlauben. Der Mixer hingegen hat eine Beförderung verdient: Ich habe mir überlegt, ob es nicht sinnvoll wäre, das nächste Zimmer auszuräumen und dort nur das abzukleben, wo keine Farbe hin soll, und den Mixer gefüllt mit der gewünschten Farbe in die Raummitte zu stellen und einzuschalten. Mr. Bean lässt grüßen. Aus Schaden wird man halt schon klug, gell. Das Wetter. 

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