BIOGRAFIE
         
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Gerd Berghofer schreibt für sein Leben gerne und rezitiert ebenso gerne Texte. Er gehört zu den glücklichen Menschen, die ihre Neigung zum Beruf machen konnten: Publizist und Rezitator nennt er sich heute. Über Schule, Ausbildung, erste und zweite Bildungswege, Studium sowie berufliche Tätigkeiten ließe sich hier lange und ausführlich schreiben - für wen? Berghofer legt keinen Wert darauf. Dass er mit einigen Preisen bedacht wurde, zum Beispiel dem Lyrikpreis der Esslinger Künstlergilde, dem Förderpreis des Autorenverbandes Franken, dem Lyrikpreis des Freien Deutschen Autoren Verbandes, dem Schaef-Scheefen-Literaturpreis sowie dem Elisabeth-Engelhardt-Literaturpreis, findet er freundlich, er misst Preisen aber keine große Bedeutung mehr bei. Wichtig ist ihm, dass ihm seine Neugier erhalten bleibt. Dass er Dingen nachspüren kann, solange er das für richtig hält und bis er glaubt, das lange genug getan zu haben. Wichtig findet er auch die Bringschuld, die er als Künstler gegenüber seinem Publikum hat. Nuschelnde Autoren haben ihn schon immer genervt. Oder klassiche Lesungen an sich: Dort ein Tisch, dahinter ein Autor, der unterm Tisch mit den Füßen zappelt, vor sich ein Glas Wasser, eine Lampe - ein Klischee. 

Berghofer mag das alles nicht. Er liest auch nicht. Oder nur dann, wenn es wirklich nicht anders geht, weil die Texte einfach viel zu lang sind. Berghofer spricht am liebsten frei. Er versucht, die Literatur zu inszenieren, mit großem Erfolg, wie man hört. Er tut dies im Stehen und weil seine Art des Vortrags etwas Besonderes ist, bedarf es auch einer geschulten Stimme. Gerd Berghofer nahm Schauspielunterricht und ließ seine Stimme ausbilden. Er weiß die Sprache und Stimme seitdem als Werkzeug einzusetzen, mit dem er einen Text bearbeiten kann, damit er dem Hörer nahekommt. 

Bislang schrieb er fünf Gedichtbände, veröffentlichte eine CD mit Gedichten, verknüpft mit Jazzmusik. Er schrieb eine Erzählung mit dem Titel "Beziehungen und andere Feindschaften". Etliche Hörbücher hat er eingesprochen; am liebsten mag er Texte von Edgar Allan Poe, Hans Henny Jahnn und Cormac Mccarthy. Mit seinen Rezitationsprogrammen tourt er durch ganz Deutschland. Insbesondere Schulen wissen seine Programme "Die verbrannten Dichter" und "Balladen" sowie "Der literarische Expressionismus" sehr zu schätzen. Für ihn ist das ein Beitrag zur Hör- und Lesekompetenz. Im September 2007 erschien seine Erzählung "Der Tod der Feigenverkäuferin - eine Erzählung vom Gardasee". Dr. Karl Corino, der Juror des Bachmannwettbewerbs, schrieb darüber: "Solide erzählt". Gibt es für einen Erzähler ein größeres Lob? Die erste Auflage war sofort vergriffen. 

Im Jahr 2010 erschien die Biografie über den Botaniker Friedrich Merkenschlager. In den drei darauf folgenden Jahren recherchierte er die Lebenswege jüdischer Georgensgmünder und schrieb ein Buch darüber: "Die Anderen - das fränkische Georgensgmünd und seine Juden 1918 - 1938". Begleitet wurde das Buch von einer Ausstellung; in Buch und Ausstellung legte Berghofer viel Herzblut. Das Buch wurde ein unglaublicher Erfolg und rauschte sofort in die zweite Auflage. Die Ausstellung hingegen, an nur 10 Tagen geöffnert, lockte über 1.000 Personen an. Während die "Freitagsglossen" im Oktober 2014 erscheinen, recherichiert Berghofer weiter über die Geschichte der Juden in Georgensgmünd, diesmal vor 1918. Ein spannendes Feld. 

Durch Buch und Ausstellung "Die Anderen" ergaben sich Kontakte in die ganze Welt zu Nachkommen der Georgensgmünder Juden von einst. In einer Datenbank hat Berghofer über 1.300 Personen niedergelegt: Juden aus Georgensgmünd, deren Familien, Nachkommen, etc. Es ist ein umfassendes Werk, von dem die Publikation und die Ausstellung eigentlich nur die Spitze des Eisberges darstellen, wie das umfangreiche Privatarchiv Berghofers zu den Georgensgmünder Juden beweist.

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Im Gespräch mit Zuhörern nach einem Vortrag (links; Foto: Porsch)

Bei der Eröffnung der Ausstellung "Die Anderen" am  9. November 2013 in der ehemaligen Synagoge Georgensgmünd mit Ben Schwarz und Dr. Axel Schwaiger und - tw. im Bild - rund 200 Besuchern.  Foto: Hirschmann

 

Berghofer mit Lackner

im Portrait-Gespräch mit Bildhauer Hubert Lackner
Foto: Tschapka


Mit dem Künstlerehepaar Gaede/Foto: Heckel

im Portrait-Gespräch mit Malerin Hedwig Sattler
Foto: Tschapka

Bei der Verleihung des Elisabeth-Engelhardt-Preises
Foto: Erasmus